Marburger Wissensräume

Vergangene Orte neu entdecken – zum 500. Jubiläum der Philipps-Universität Marburg

Eine virtuelle Zeitreise durch 500 Jahre Universitätsgeschichte

Das Projekt „Marburger Wissensräume“ entsteht anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2027. Die Webanwendung macht die reiche Universitäts-, Wissenschafts- und Architekturgeschichte digital erlebbar – und öffnet dabei auch Türen zu Gebäuden, die längst zerstört oder nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Idee stammt von Prof. Dr. Peter Bell vom Kunstgeschichtlichen Institut und wird als interdisziplinäres Projekt gemeinsam mit dem Marburg Center for Digital Culture and Infrastructure (MCDCI) und dem Marburger Softwareunternehmen INOSOFT AG umgesetzt.

Wissen erleben – interaktiv und interdisziplinär

Ausgangspunkt ist ein virtueller Flug über den Gebäudebestand der Universität: Jedes Gebäude lässt sich anklicken und führt in eine eigene virtuelle Umgebung, die je nach Quellenlage vom einfachen 360-Grad-Panorama bis zur detailliert begehbaren 3D-Rekonstruktion reicht.

Fly Over

Innerhalb dieser Räume werden Inhalte über sogenannte Info-Tafeln präsentiert – frei im Raum platzierte Informationsfenster mit Texten, Bildern, Videos und Audiodateien. Geführte Touren mit definierten Wegpunkten ermöglichen es, die Geschichte eines Gebäudes Schritt für Schritt zu erkunden.

Fly Over

Ein anschauliches Beispiel für die maximale Ausbaustufe bietet die virtuelle Rekonstruktion der ehemaligen Synagoge in der Universitätsstraße, die sich unter dem Link erkunden lässt.

Studierende und Lehrende zahlreicher Fachbereiche tragen aktiv dazu bei, die Räume mit Inhalten zu füllen – unterstützt durch Archive, Sammlungen und weitere Quellen.

Geschichte gemeinsam erzählen

Die Wissensräume sind bewusst als offenes Projekt angelegt: Über ein Webformular können Alumni, Universitätsangehörige und alle Interessierten eigene Erinnerungen, Fotos und Anekdoten beisteuern. So entsteht ein lebendiges Mosaik aus wissenschaftlicher Dokumentation und persönlichen Geschichten – nutzbar auf Smartphone, Tablet und PC, vor Ort in Marburg ebenso wie von überall auf der Welt.

Die Anwendung im Detail

Grundstruktur: Der virtuelle Überflug stellt die Gebäude der Universität visuell dar. Jedes Gebäude erhält einen eigenen Link, der auch per QR-Code vor Ort aufrufbar ist. Der Link führt in eine individuelle virtuelle Umgebung, deren Detailgrad flexibel gestaltet werden kann – von einem stilisierten Gebäudeansatz über ein 360-Grad-Foto bis hin zu einer vollständig begehbaren 3D-Darstellung, wie sie beispielhaft für die Synagoge Universitätsstraße umgesetzt wurde.

Info-Tafeln: In den virtuellen Umgebungen schweben Info-Tafeln im Raum, über die Inhalte dargestellt werden. Pro Tafel können beliebig viele Informationen hinterlegt werden: Bilder, Texte, HTML-Seiten, Videos oder Audiospuren. Die Tafeln lassen sich öffnen, schließen und in einer Großansicht betrachten. Administratoren legen Anzahl, Position, Größe und Startzustand fest.

Touren und Wegpunkte: In der maximalen Ausbaustufe können geführte Touren durch ein Gebäude angelegt werden. Dafür werden Wegpunkte definiert, an denen jeweils Info-Tafeln mit Inhalten verknüpft sind. Die Festlegung der Touren und Wegpunkte wird vom Entwicklerteam übernommen.

Benutzergruppen und Rechte: Die Anwendung unterscheidet drei Benutzergruppen: Gäste mit öffentlichem Zugang ohne Anmeldung, Inhaltserfasser mit administrativen Rechten zur Contentpflege sowie eingeschränkte Arbeitsgruppen. Inhalte können bestimmten Gruppen zugeordnet werden, sodass nur deren Mitglieder den jeweiligen Inhalt sehen.

Content-Verwaltung: Angemeldete Administratoren sehen eine Übersicht aller erfassten Inhalte und können diese direkt bearbeiten – Änderungen gehen sofort live. Inhalte lassen sich als Entwurf speichern, einem Motto zuordnen und farblich kennzeichnen. Für Videos wird empfohlen, externe Dienste wie Vimeo oder YouTube zu nutzen und nur die Links einzubetten, statt Dateien auf dem eigenen Server zu speichern.

Plattform und Zugänglichkeit: Die Anwendung ist auf Smartphone, Tablet und PC gleichermaßen nutzbar. Einstellungen für Sprache, Info-Tafel-Darstellung und Gyroskop-Steuerung ermöglichen eine individuelle Anpassung. Besonderer Wert wird auf die Bedienbarkeit für alle Altersgruppen gelegt.

17. Februar 2025